BETEN & GEBET
Gebet bewegt so viel. Im Innen und im Außen. Gebet bedeutet, mit Gott zu sprechen - den Austausch mit ihm zu suchen. Genau wie in Freundschaften muss man auch die Beziehung zu Gott pflegen. Je mehr man das tut, desto mehr kommt von ihm, desto stärker ist die Beziehung. Gott möchte ein Freund, ein Gegenüber für uns sein. Er ist da.
Viele Menschen, die neu im Glauben sind, beten zu Gott, dass er ihnen zeigen oder spüren lassen soll, das er da ist. Er wird es tun.
Sprich mit Gott - über alles.
„Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid." - Philipperbrief 4, 6-7
WIE GEHT GEBET?
Mönch Columba Jordan
Gebet ist besonders in den Situationen hilfreich, in denen wir uns machtlos fühlen. Wir können im Gebet nach Frieden suchen, der vom Vertrauen in Gott kommt.
Wir sollten uns zuvor Gedanken über unser Verständnis von Gott machen:
Glaube ich an einen allmächtigen Gott?
Ich bin zwar machtlos, aber ich glaube an einen Gott, der machtvoll ist - und ich vertraue ihm.
Glaube ich, dass Gott gut und liebevoll ist?
Ich glaube, dass Gott sich um mich kümmert, ich bin in seinen Händen. Was auch immer passieren mag, ich bin geliebt.
Anleitung für Gebet:
(nach dem Bibelzitat des Apostel Paulus)
"Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid." (Philipperbrief 4, 6-7)
Paulus sagt, wir dürfen in jeder Situation beten und müssen uns nie Sorgen machen. Wir sollen im Gebet, also in unserem Gespräch mit Gott, sagen, was fehlt - eine Bitte vor Gott bringen. Gott möchte diese Gebete beantworten. Wir versuchen nicht, Gott zu überzeugen, sondern wir stimmen mit ihm überein (z. B. "Ich glaube, dass du Frieden willst und nicht Krieg.")
Danach sollen wir im Voraus für das danken , was er tun wird (z. B. "Danke, dass du Frieden bringen wirst"). Das zeigt unser großes Vertrauen in ihn: "Ich vertraue dir so sehr, dass ich weiß, dass du dieses Gebet erhören und diese Situation verändern wirst. Danke."
Quelle: https://www.instagram.com/p/Ca75IfPA5vi/
Johannes Hartl
Beten ist grundsätzlich etwas Wunderbares. Es gibt aber etwas Spezifisches, was christliches Beten ausmacht. Normalerweise betet jeder - auch im Krieg - dass Gott auf seiner Seite ist. Das ist noch nicht besonders erleuchtend, aber menschlich verständlich.
Ich möchte aber einladen, eine noch tiefere Perspektive einzunehmen. Wir lesen in einem der Paulusbriefe: Wir kämpfen eigentlich nicht gegen Fleisch und Blut sondern gegen geistige Mächte. Das ist sehr interessant. Wir sollten keine Menschen verteufeln - wer genau ist der Böse? Eher sind Gedanken angebracht: Warum ist der andere so? Was hat ihn geprägt? In welcher Denkwelt lebt er? Es ist nicht so leicht zu sagen, welcher Mensch ist einfach nur der Feind. Als Menschen sind wir im Letzten einfach Schwestern und Brüder. Aber es gibt die Mächte des Bösen und Menschen können sich für Lüge, Propaganda, Verblendung, Aggression so weit öffnen, dass sie extrem böse Dinge tun. Aber die Antwort auf dieses Böse muss wiederum eine geistige sein. Und das ist eine Form von Gebet, von der ich glaube, dass sie auch vielen Christen nicht so bekannt ist. Ich höre oft politisches oder ängstliches Beten.
Eine geistliche Perspektive blickt eine Stufe weiter und erkannt an, dass unsere menschlichen Ziele nicht eins zu eins Gottes Ziele sind. Also zu sagen "Gott, bitte gib, dass mein Wille sich durchsetzt." ist nicht christliches Beten.
Was ist christliches Beten?
Jesus hat eine Kategorie eingeführt, die er "Reich Gottes" nennt. Damals gab es das römische Reich, das Israel besetzt gehalten hat, aber Jesus predigt, es gibt ein Reich, wo Gott König ist. Wo wir eingeladen sind, Kinder und Bürger dieses Reiches zu sein. Und tatsächlich ist das im Letzten das Verständnis vom Christentum. Wir sind nicht in erster Linie Bürger von irdischen Staaten. Wenn wir an Jesus glauben, wenn wir getauft sind, dann gehören wir zu dem Königreich Gottes. Und deshalb sagt Jesus erstmal an der Stelle, an der er seinen Jüngern beibringt zu beten:
"Vater unser..." Gott als Vater aller Menschen, als Schöpfer aller Menschen.
"...geheiligt werde dein Name, dein Reich komme..."
Und das ist sehr, sehr wichtig, denn es gibt immer wieder eine politische Form von Christentum. Jesus sagt uns aber, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist. Es geht nicht um pseudopolitisches Beten, sondern um ein glaubensvolles Beten aus einer Reich Gottes Perspektive.
Drei Eigenschaften, wie christliches Beten aussieht:
1. Glaubensvoll
Jesus wiederholt immer wieder, dass wir glaubensvoll beten sollen. Wir dürfen Gott auch unsere Ängste bringen, unser Klagen bringen - all das hat Platz. Und wir sind darin aber zu einer Haltung des Glaubens und der Hoffnung eingeladen oder uns durchzuringen. Das ist nicht leicht. Das fällt mir nicht leicht. Mich nerven dann sogar so Aussagen von Jesus, wenn er sagt, wir sollen nicht zweifeln, wenn wir beten - glaubt, vertraut, habt keine Angst. Ich denke mir, das ist aber nicht so leicht.
Das glaubensvolle Gebet kann zu einem Mittel werden, den Kopf frei zu kriegen und eine hoffnungsvolle und glaubensvolle Perspektive zu bekommen. Erst aus dieser heraus, beten wir. Nicht nur vor Gott betteln, sondern aus dem Glauben heraus: "Gott, du hast alles in der Hand." Es gibt so unglaubliche Aussagen im Neuen Testament über das, wer Jesus ist - nämlich der Fürst des Friedens. In Jesus ist Sieg über das Böse, sogar über den Krieg. Und aus dieser Perspektive heraus beten wir glaubensvoll.
Diese geistlichen Kämpfe sind auch Kämpfe in uns. Vielleicht steigt in uns Aggression oder panische Angst auf und wir müssen selber diesen Kampf des Glaubens erst im Herzen kämpfen, um dann glaubensvoll beten zu können.
2. Vergebung
Jesus erwähnt, dass die Vergebung, die Buße immer Teil des christlichen Betens ist ("Vergib uns, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern/Feinden."). Wir sollten Gott nicht zu unserem Wunscherfüller machen, sondern immer anerkennen: "Ich selber muss auch umkehren." Warum ist das so wichtig? In der Täter- und Opferdynamik neigen wir dazu, nur noch schwarz und weiß zu sehen. Beim anderen immer schwarz, bei uns immer weiß. Es gibt zwar objektiv böse Taten, aber auch wir selbst sind alle immer auch Täter (z. B. über andere Leute schlecht sprechen, kein Verständnis haben). Es gibt immer auch Dinge, wo wir umkehren müssen. Die Haltung der Vergebung nimmt dem Gebet das Selbstherrliche.
3. Gebet für Feinde
Jesus sagt explizit: "Betet für die Feinde. Tut Gutes denen, die euch hassen." Die Wurzel von Hass ist nicht gut. Diese Haltung, für den Feind zu beten, holt uns aus einer Schwarz-Weiß-Malerei. Das Tolle ist, dabei muss ich nicht die Taten des anderen schönreden. Die Taten werden nicht gut, indem ich für den Feind bete, aber durch das Gebet für den Feind höre ich auf, ihn zu dämonisieren. Das ist nämlich das Problem: Wenn ich nicht glaube, dass es böse Mächte gibt, dann muss ich Menschen verteufeln. Und Menschen sind keine Teufel. Menschen sind Menschen. Mit ihren eigenen Verletzungen, mit ihren eigenen Verblendungen, mit ihren eigenen Verführbarkeiten. Ich auch. Jeder Mensch hat in seinem Herzen schon auf in seinem Leben mit dem Bösen paktiert. Und wenn wir sagen "Wir wollen das Licht." müssen wir für die Feinde beten.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gc8oj_C5Jko
GEBETE
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